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von Werner Landwehr


„Es gibt keine guten Banken sondern nur Libor-Manipulatoren, Zocker und „Subprime-Dealer“. Deshalb belächeln wir die Naivität der Gut Menschen, die glauben mit ihrem Geld die Wirtschaft gestalten zu können. Finanzmärkte und Ökonomie verhelfen den Schlecht-Menschen zum Erfolg, die ihren Adam Smith verinnerlicht haben. Die Bedürfnisse der anderen sollen nicht die eigenen Gewinne schmälern.“


Diese Sicht der Welt prägt nach wie vor die Lehre an den Universitäten und den Wirtschaftsteil der Tagespresse. Die Logik dahinter ist dabei so banal wie einfältig: Sind alle auf ihren Vorteil bedacht, werden alle gewinnen. Langfristig ist dies allerdings illusionär. Würden wir in einer sinnvolleren Welt leben, müsste es Bewegungen wie „Solidarische Ökonomie“ oder „Gemeinwohl Ökonomie“ nicht geben. Doch so weit sind wir noch nicht. Diese „bessere Welt“ entsteht bisher überall dort, wo sich die Menschen mit einer Zukunft aus lauter „Schlecht- Menschen“ nicht mehr zufrieden geben. Sie haben sich zu Recht gemeinsam für eine „bessere Welt“ auf den Weg gemacht. Aus diesem Impuls wurde vor 40 Jahren die GLS Bank gegründet. „Die Angst vor einer Zukunft, die wir fürchten, können wir nur überwinden durch Bilder einer Zukunft, die wir wollen!“ Dieses Motto hat der Mitbegründer der „Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken“, Wilhelm Ernst Barkhoff der jungen Genossenschaft in die Wiege gelegt.


Konsequent solidarisch wurde der Untnehmenszweck in der Satzung formuliert: „Ziel des Zusammen-schlusses ist gegenseitige Hilfe, nicht die Gewinnerzielung für das einzelne Mitglied oder die Genossenschaft.“ Heute gehört die GLS Bank mit ihren mehr als 165.000 Kundinnen und Kunden, 32.000 Mitgliedern, 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 3,2 Mrd. € Bilanzsumme zu den großen Genossenschaftsbanken in Deutschland. 2009 hat sie mit weiteren inzwischen 25 Banken weltweit eine globale Allianz, die „Global Alliance for Banking on Values“ (GABV), für ein wertorientiertes Bankgeschäft begründet.


Erfolgreiche Unternehmen wie die GLS Bank gibt es auf allen gesellschaftlichen Feldern. Erneuerbare Energien sind gelebte Solidarität mit nachfolgenden Generationen. Ökologische Landwirtschaft pflegt Tier und Natur, indem sie eine gesunde Ernährung möglich macht. Selbstverwaltete Genossenschaften begründen und erhalten bunte Wohnquartiere und lassen sich vom Immobilienbarometer vagabundierender Investoren nicht beeindrucken. Sie alle fragen zunächst nach dem Sinn einer wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Aktivität. Ist sie zukunftsweisend? Ist sie ökologisch? Liefert sie den Menschen hier und weltweit, heute und morgen, einen nachhaltigen Beitrag zu einem lebenswerten Leben? Dann ist die Unternehmung auch erfolgreich und bringt tatsächlichen Gewinn, bzw. Mehrwert.


Eine Solidarische Ökonomie macht aus ihrem Erfolgsrezept „Menschen und Werte stehen im Mittelpunkt der Arbeit“ kein Geschäftsgeheimnis. Sie tritt transparent auf, sucht Kooperation, Partner und Netzwerke. Sie lebt nicht von der Exklusion durch Patente, sondern gedeiht mit der Inklusion von Commons, Freeware und dem Verschenken von „geistigem Eigentum“.


Werner Landwehr ist Regionalleiter der GLS Bank Berlin

www.gls.de




INHALT:


> Lokale Finanzierungen für die Soziale Solidarische Ökonomie in Europa (neu und noch nicht im Heft)

> Editorial „Es ist eine große Freude zu spüren, dass wir ein Teil der Bewegung sind...“

> 2000 Franken für die Gemeinwirtschaft

> Alternative zu Ebay und Amazon/ Online-Marktplatz konsequent transparent

> Die 7-it eG, Die Oya Medien eG und die sinnwerkstatt Medienagentur GmbH.

> Globale Allianz der „Guten Banken“

> Solidarisch gesund statt kranker Kasse

> Eine gute Idee braucht Bewegung

> Auf dem Weg zu einer neuen Ökonomie/ Gemeinwohl-Werte zählen


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Globale Allianz der „Guten Banken“